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Architecture experimental logarithmic vector storage

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Architekturvorschlag: Experimentelle logarithmische ZahlenreprΓ€sentation fΓΌr Vektor- und KI-nahe Workloads in ThemisDB

Status

Experimental / Research Proposal

Ziel

ThemisDB soll experimentell untersuchen, ob eine logarithmische ZahlenreprΓ€sentation fΓΌr vektor- und KI-nahe Workloads Vorteile bringt.

Die zentrale Hypothese ist:

  • Viele KI- und Vektor-Workloads bestehen ΓΌberwiegend aus Multiplikationen, Dot-Products, Matrixoperationen und Similarity-Berechnungen.
  • Logarithmische ReprΓ€sentationen kΓΆnnen solche Workloads unter bestimmten Bedingungen effizienter machen.
  • Der mΓΆgliche Nutzen liegt primΓ€r in:
    • geringerem Speicherbedarf,
    • besserer Cache-LokalitΓ€t,
    • reduzierter Bandbreite,
    • potenziell effizienterer AusfΓΌhrung spezialisierter numerischer Operatoren.

Diese Architektur ist kein Vorschlag fΓΌr den allgemeinen numerischen Kern von ThemisDB. Sie ist ausdrΓΌcklich auf Vektor-, Embedding-, Retrieval- und KI-nahe Verarbeitungspfade begrenzt.


Motivation

ThemisDB ist als hybrides Datenbanksystem mit Vektor-, Graph-, Relational- und Dateimodell positioniert. Dadurch existiert ein sinnvoller Einsatzbereich fΓΌr alternative numerische ReprΓ€sentationen, insbesondere dort, wo:

  • große Mengen an Embeddings gespeichert werden,
  • Similarity Search ausgefΓΌhrt wird,
  • Dot-Product- oder Cosine-Similarity-Berechnungen dominieren,
  • Re-Ranking oder kleine inferenznahe Operatoren integriert werden,
  • Speicherbandbreite und Cache-Effizienz begrenzende Faktoren sind.

Im klassischen relationalen Kern gelten dagegen andere PrioritΓ€ten:

  • exakte Semantik,
  • stabile Vergleichbarkeit,
  • deterministische Aggregation,
  • InteroperabilitΓ€t,
  • mΓΆglichst geringe KomplexitΓ€t im Storage- und Transaktionssystem.

Deshalb wird die logarithmische Darstellung nicht als universelles Speicherformat vorgeschlagen.


Geltungsbereich

Im Scope

Die Untersuchung soll sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  1. Embedding-Storage

    • Speicherung dichter Vektoren in optional log-kodierter Form
    • Vergleich mit Float32, Float16, BFloat16, Int8 und weiteren kompakten Formaten
  2. Similarity Search

    • Dot Product
    • Cosine Similarity
    • eventuell weitere ANN-nahe Distanz- oder Scoring-Funktionen
  3. Vektorindizes und abgeleitete Speicherformate

    • materialisierte, workload-spezifische ReprΓ€sentationen
    • optional separate physische Formate neben dem kanonischen Datentyp
  4. KI-nahe AusfΓΌhrungspfade

    • Retrieval
    • Re-Ranking
    • vorbereitende numerische Operatoren fΓΌr Inference-/RAG-Γ€hnliche AblΓ€ufe

Nicht im Scope

Folgende Bereiche sollen zunΓ€chst nicht betroffen sein:

  • MVCC
  • WAL / Recovery
  • relationale Kernoperatoren
  • generische numerische Datentypen
  • exakte DECIMAL-/NUMERIC-Semantik
  • B-Tree-/Hash-SchlΓΌsselreprΓ€sentationen
  • allgemeine Aggregationen wie SUM/AVG/COUNT
  • Sortierung, Range-Filters und Standard-Vergleichssemantik

Architekturprinzip

1. Kanonisches Format bleibt unverΓ€ndert

ThemisDB behΓ€lt fΓΌr Vektordaten zunΓ€chst ein etabliertes kanonisches Format bei, z. B.:

  • Float32
  • Float16
  • BFloat16

Dieses Format bleibt die Referenz fΓΌr:

  • Persistenzsemantik,
  • InteroperabilitΓ€t,
  • Debugging,
  • deterministische Validierung,
  • exaktes Re-Ranking oder Fallback-Pfade.

2. Logarithmische ReprΓ€sentation ist ein optionales Derived Format

ZusΓ€tzlich kann ThemisDB ein abgeleitetes physisches Format bereitstellen, z. B.:

  • LOG8
  • LOG12
  • LOG16

Diese Formate sind keine neuen universellen SQL-/AQL-Standardtypen, sondern interne oder explizit deklarierbare Optimierungsformate fΓΌr spezialisierte Vektor-Workloads.

3. Dual-Representation-Modell

Ein Vektor kann kΓΌnftig in zwei Formen existieren:

  • Canonical Representation
  • Optimized Log Representation

Die optimierte ReprΓ€sentation darf:

  • beim Ingest erzeugt werden,
  • lazy erzeugt werden,
  • materialisiert oder rebuildbar sein,
  • fΓΌr spezialisierte AusfΓΌhrungspfade selektiv verwendet werden.

Dieses Modell reduziert das Risiko, die allgemeinen Systemeigenschaften von ThemisDB zu verschlechtern.


Zielbild

Logische Ebene

Benutzer arbeiten weiterhin mit normalen Vektorwerten und Standard-APIs.

Beispielhaft:

  • Vektorspalten werden regulΓ€r definiert.
  • Eine zusΓ€tzliche Storage- oder Index-Option aktiviert experimentelle log-kodierte Nebenstrukturen.

Physische Ebene

Unterhalb der logischen Ebene kann ThemisDB optional erzeugen:

  • log-kodierte Embedding-BlΓΆcke,
  • log-kodierte ANN-/Similarity-optimierte Segmente,
  • Operatorpfade, die auf diesen Formaten direkt arbeiten.

AusfΓΌhrungsebene

Der Query Planner oder Execution Layer kann spΓ€ter entscheiden:

  • normaler Pfad mit kanonischen Werten,
  • optimierter Pfad mit log-kodierter ReprΓ€sentation,
  • hybrider Pfad mit Approximation fΓΌr Candidate Generation und exaktem Re-Ranking im kanonischen Format.

MΓΆgliche Komponenten

A. Logarithmic Vector Encoding Layer

Verantwortlich fΓΌr:

  • Umwandlung von Vektorkomponenten in eine log-kodierte Darstellung,
  • Verwaltung von Vorzeichen, Exponent-/Basiswahl und SpezialfΓ€llen,
  • Behandlung von Nullwerten und sehr kleinen BetrΓ€gen,
  • optionale Rekonstruktion in linearen Raum.

Offene Designfragen:

  • Welche Basis wird verwendet?
  • Wie werden Vorzeichen kodiert?
  • Wie werden Null, Near-Zero, Underflow und Overflow behandelt?
  • Welche PrΓ€zisionsstufen sind sinnvoll?

B. Log-Optimized Vector Storage

Verantwortlich fΓΌr:

  • Speichern log-kodierter Embeddings,
  • Blocklayout fΓΌr Cache-LokalitΓ€t,
  • KompatibilitΓ€t mit Segmenten, Pages oder Columnar-Strukturen,
  • optional getrennte Persistenz oder materialisierte Nebenstruktur.

C. Log-Aware Similarity Operators

Verantwortlich fΓΌr spezialisierte Operatoren wie:

  • dot product,
  • cosine similarity,
  • candidate scoring,
  • ANN-nahe Vergleichsoperatoren.

Diese Operatoren sollen experimentell prΓΌfen, ob ein Teil der numerischen Arbeit direkt auf der log-kodierten ReprΓ€sentation effizienter ausfΓΌhrbar ist.

D. Planner / Execution Integration

Verantwortlich fΓΌr:

  • Auswahl des geeigneten AusfΓΌhrungspfads,
  • Fallback auf kanonische ReprΓ€sentation,
  • Mischbetrieb zwischen Approximation und exakter Endbewertung,
  • Kostenmodell fΓΌr Speicher, CPU, Latenz und Genauigkeit.

E. Evaluation & Benchmark Harness

Verantwortlich fΓΌr:

  • reproduzierbare Benchmarks,
  • Recall-/Accuracy-Messung,
  • Speicherverbrauch,
  • Latenzmessung,
  • Vergleich mit anderen ReprΓ€sentationen.

Erwartete Vorteile

Die Untersuchung basiert auf folgenden erwarteten Potenzialen:

  1. Geringerer Speicherbedarf

    • kompaktere ReprΓ€sentation von Embeddings
    • mehr Vektoren im RAM / Cache
  2. Bessere Cache-LokalitΓ€t

    • geringere Transferkosten zwischen Speicherhierarchien
  3. Reduzierte Bandbreite

    • insbesondere relevant bei großen Similarity-Scans
  4. Spezialisierte numerische Beschleunigung

    • potenzielle Vereinfachung bestimmter multiply-dominierter Operatoren
  5. Bessere Skalierung fΓΌr Vektor-Features

    • vor allem bei Retrieval-, RAG- und Embedding-zentrierten Anwendungen

Risiken

Die Untersuchung muss ausdrΓΌcklich folgende Risiken validieren:

  1. Genauigkeitsverlust

    • Recall-Verlust bei Similarity Search
    • Verzerrung von Scores
    • instabile Rangfolgen bei knappen AbstΓ€nden
  2. Konvertierungskosten

    • Transformation in den Log-Raum kann Nutzen teilweise aufheben
  3. KomplexitΓ€t der Addition / Akkumulation

    • nicht alle numerischen Operationen profitieren gleichermaßen
  4. ImplementierungskomplexitΓ€t

    • CPU-/SIMD-/GPU-Pfade werden komplizierter
    • Debugging und Validierung werden schwieriger
  5. Unklarer Mehrwert gegenΓΌber etablierter Quantisierung

    • Float16, BFloat16, Int8, Binary oder PQ kΓΆnnen in der Praxis bereits ausreichend gut sein
  6. Technische Fragmentierung

    • zu viele Spezialpfade kΓΆnnen Wartbarkeit und PortabilitΓ€t verschlechtern

Forschungsfragen

Die experimentelle Untersuchung soll mindestens folgende Fragen beantworten:

  1. Ist log-kodierter Embedding-Storage in ThemisDB speichereffizienter als Float16 oder Int8?
  2. Welche Auswirkungen hat die ReprΓ€sentation auf Recall@K und Ranking-QualitΓ€t?
  3. FΓΌr welche Operatoren entsteht tatsΓ€chlich ein Laufzeitvorteil?
  4. Wie hoch sind die Konvertierungs- und Materialisierungskosten?
  5. Welche Basis und PrΓ€zision liefern den besten Kompromiss aus Genauigkeit und Effizienz?
  6. Lohnt sich der Ansatz nur fΓΌr Candidate Generation oder auch fΓΌr spΓ€tere Scoring-Phasen?
  7. Ist ein hybrider Ansatz besser als eine vollstΓ€ndig log-kodierte AusfΓΌhrung?

Evaluationsstrategie

Die Entscheidung ΓΌber eine Weiterentwicklung darf nur benchmarkbasiert erfolgen.

Vergleichsbaselines

Mindestens zu vergleichen sind:

  • Float32
  • Float16
  • BFloat16
  • Int8
  • gegebenenfalls Binary / weitere Quantisierungsverfahren
  • experimentelle log-kodierte Formate

Metriken

Zu messen sind mindestens:

  • Recall@K
  • nDCG / Ranking-QualitΓ€t
  • Speicherverbrauch pro Vektor und pro Datensatz
  • Ingest-Kosten
  • Materialisierungskosten
  • Query-Latenz (p50 / p95 / p99)
  • Durchsatz
  • Indexgrâße
  • Rebuild-/Compaction-Kosten
  • optional Energieverbrauch

DatensΓ€tze

Empfohlen sind:

  • synthetische DatensΓ€tze mit kontrollierter Verteilung
  • reale Embedding-DatensΓ€tze
  • unterschiedliche DimensionalitΓ€ten
  • kleine, mittlere und große Korpora

Rollout-Vorschlag

Phase 1: Research Prototype

  • isolierter Encoder/Decoder
  • experimentelles Speicherformat
  • Benchmark-Harness
  • Vergleich gegen Float16 / Int8

Phase 2: Operator Prototype

  • Dot-Product- und Cosine-Similarity-Prototypen
  • Candidate Generation auf log-kodierten Vektoren
  • exaktes Re-Ranking im kanonischen Format

Phase 3: Optional Engine Integration

  • experimentelle Storage-Option
  • plannergesteuerter Pfad
  • Feature Flag / Build Flag

Phase 4: Produktentscheidung

Nur wenn die Benchmarks klar zeigen, dass mindestens einer der folgenden Punkte signifikant besser ist:

  • Speicherbedarf,
  • Latenz,
  • Durchsatz,
  • TCO,
  • oder Skalierbarkeit

bei akzeptabler Genauigkeit und beherrschbarer KomplexitΓ€t.


Architekturentscheidung

Entscheidung:

ThemisDB untersucht logarithmische ZahlenreprΓ€sentationen experimentell und optional fΓΌr Vektor- und KI-nahe Workloads.

Nicht-Ziel:

Die allgemeine relationale oder transaktionale Kernarchitektur von ThemisDB wird dadurch nicht ersetzt oder umgestellt.

Bevorzugter Ansatz:

  • kanonisches Format beibehalten,
  • log-kodierte ReprΓ€sentationen als abgeleitete physische Optimierung einsetzen,
  • Approximation zunΓ€chst auf Similarity Search / Retrieval konzentrieren,
  • Ergebnisse benchmarkbasiert bewerten.

VorlΓ€ufige Empfehlung

Aus heutiger Sicht ist die logarithmische ReprΓ€sentation fΓΌr ThemisDB am vielversprechendsten in:

  • Embedding-Storage,
  • Vektorindizes,
  • Similarity Search,
  • Retrieval-/RAG-nahe Pfade,
  • numerisch kompakten KI-Hilfsoperatoren.

Sie sollte nicht als allgemeines Standardformat fΓΌr sΓ€mtliche numerischen Daten eingefΓΌhrt werden, solange kein klarer wissenschaftlicher und benchmarkbasierter Nachweis fΓΌr einen breiten Nutzen vorliegt.


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