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Malwine edited this page Feb 19, 2018 · 2 revisions

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The audio content is only available in German so far. Here is the written version.


1) Navigations Raum und Ada Lovelace

Herzlich Willkommen! Meine Name ist Ada Lovelace. Ich bin Mathematikerin und habe im 19.Jahrhundert gelebt. Obwohl es zu dieser Zeit noch keine Computer gab, sondern nur Pläne für eine sogenannte "Analytical Engine" habe ich damals bereits ein Programm geschrieben, das heute als das erste Computerprogramm überhaupt gilt. Trotzdem kennen mich nur wenige, denn Geschichte von Frauen in der Informatik wurde und wird vergessen und unterschlagen. Diese Ausstellung will das ändern und diese spannenden Geschichten erzählen. Die Ausstellung ist interaktiv. Bewege den Cursor über die Elemente und klicke sie an oder fixiere sie etwa 2 Sekunden im VR Modus. Du kannst in verschiedene Räume der Ausstellung gelangen, indem du mit den Portalen interagierst. Von den jeweiligen Räumen gelangst du entweder wieder hierher zurück, oder in den nächsten Raum. Und nun viel Spaß beim Entdecken!

2) Grace Hopper

„Amazing Grace“ ist nur einer der vielen Spitznamen, die Rear Admiral Grace Hopper, geboren als Grace Brewster Murray Hopper am* 9. Dezember 1906 in New York City, in ihrem Leben verliehen wurden. Man nannte sie außerdem „Queen of Computing“, „Queen of Coding“ und „Grandma Cobol“. Sie war es, die Ende der 1940er Jahre auf die Idee kam, Computerprogramme in einer menschenlesbaren Sprache zu verfassen. So entwickelte sie die erste Programmiersprache „FLOW MATIC“, die wiederum die Grundlage für die spätere Programmiersprache COBOL lieferte. Außerdem programmierte sie die allerersten Computer, Mark I und II, und entwickelte den ersten Compiler, wodurch Rechner sehr viel schneller wurden. Noch heute arbeiten die modernen PCs nach genau diesem Prinzip.

3) Barbara Liskov

Die Implementierung der Programmiersprache CLU der amerikanischen Informatikerin Barbara Liskov war wegweisend für die objekt-orientierte Programmierung. In CLU tauchten zum ersten mal Objekte auf, damals Cluster genannt, und Iteratoren, mit denen Listen Schritt für Schritt durchlaufen werden können. Die vor über 43 Jahren entwickelte Programmiersprache hatte große Softwaresysteme im Blick und beeinflusste grundlegend die Entwicklung heutiger Programmiersprachen, wie Java, C#, C++, Ruby und Python. Das von ihr entwickelte Liskovsche Substitutionsprinzip ist eines der Grundprinzipien objekt-orientierter Programmierung. Für ihre Arbeit erhielt Barbara Liskov 2008 den Turing Award, einen der wichtigsten Preise in der Informatik.

4) Constanze Kurz

Die berliner Informatikerin Constanze Kurz ist eine der bekanntesten Datenschützerinnen Deutschlands und engagiert sich als Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Ihre Themengebiete sind die Verknüpfung von Internet, Datenschutz und Politik. 2015 verfasste Kurz mit drei weiteren Mitgliedern des Chaos Computer Clubs eine Stellungnahme an das Bundesverfassungsgericht zum BKA-Gesetz und zum Einsatz von Staatstrojanern. In dieser ging es um zahlreiche verfassungsrechtliche Bedenken bzgl. dessen potentiellen Angriffszielen, sowie damit einhergehenden Nebeneffekten für die IT-Sicherheit bei der Ausnutzung von Schwachstellen und den Eingriff in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger. Ihre Forschungsschwerpunkte Überwachungstechnologien, Datenschutz und Biometrie machen Kurz zu einer gefragten Expertin.

5) Chelsea Manning

Chelsea Manning wurde im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, brisante Videos und Dokumente im Zusammenhang dem Irak- und Afghanistankrieg kopiert, und der Website WikiLeaks zugespielt zu haben. Manning hieß damals noch Bradley Manning, lebte als Mann und war als IT-Spezialist für die US Streitkräfe tätig. Der Fall erregte internationale Aufmerksamkeit, weil es sich bei den weitergebenen Daten um äußerst brisante Dokumente der Kategorie "Top Secret" handelte.Nach eigener Aussage war Manning immer stärker bestürzt darüber, wie gering das öffentliche Bewusstsein über die Sinnlosigkeit dieses Krieges gewesen sei. 2013 wurde Manning nach einem Teilgeständnis als Whistleblowerin zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und kam in Haft. Im gleichen Jahr erklärte Manning als Frau leben zu wollen, später wurde ihr Name rechtskräftig in Chelsea Elizabeth Manning geändert. Nach zahlreichen internationalen Protesten erließ der ehemalige US-Präsident Barack Obama Chelsea Manning 2017 den Großteil der Strafe, so dass sie daraufhin begnadigt und freigelassen wurde. Im Januar diesen Jahres wurde bekannt, das Chelsea Manning sich um eine Kandidatur für den US Senat in Maryland bewerben wird.

6) Joanna Rutkowska

Joanna Rutkowska ist eine polnische Hackerin und Spezialistin für Computersicherheit. Berühmtheit in Hacker kreisen erlangte sie im August 2006, als sie auf der Black Hat Briefings-Konferenz zwei Methoden zur Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen in Windows Vista Beta 2 vorstellte – wofür sie als eine der Five Hackers who Left a Mark on 2006 vom eWeek Magazine, einem renommierten amerikanischen Technologie- und Businnes Magazine, ausgezeichnet wurde. Darüberhinaus ist sie vor allem für ihre umfangreichen Forschungen im Bereich Schadsoftware bekannt. Im April 2011 stellte sie mit ihrem Team die erste Beta Version der Linux-Distribution Qubes OS vor. Qubes OS ist ein kostenloses Betriebssystem auf Linux-Basis mit einem klaren Fokus: Möglichst hohe Sicherheit.

7) Audrey Tang

Audrey Tang ist seit 2016 "Digital Minister" in Taiwan und freie Entwicklerin. Ihr Weg dahin verlief alles andere als gradlinig. Im Alter von 12 Jahren schmiß sie die Schule, um sich im Anschluß daran als Autodidaktin selbst aus- und weiterzubilden. Sie lernte mit der Programmiersprache Perl zu programmieren und war in der Perl- Gemeinschaft als Entwicklerin tätig. Außerdem übersetzte sie zahlreiche Computerprogramme und Bücher der Open Source Bewegung ins traditionelle Chinesisch. Dadurch wurde bald die Presse auf sie aufmerksam. Als Ministerin zählt es heute zu ihren Aufgaben für die Regierung politische Ziele zu kommunizieren und veröffentlichte Dokumente zu verwalten. Ihr Antrieb ist Transparenz zu schaffen und den Zugang zu Daten und ihrer Auswertung für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

8) Kamila Sidor

Kamila Sidor ist die Gründerin der Organisation "Geek Girls Carrots". Obwohl sie selbst nicht programmiert, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht Frauen den Einstieg ins Programmieren zu erleichtern.Geek Girls Carrots organisieren Programmierkurse - sogenannte Code Carrots Events -, laden Speakerinnen ein, stellen Anfängerinnnen Mentorinnen zur Seite, bieten Workshop unter anderem in HTML, Java und Python für Anfängerinnen und Fortgschrittene an. Vor fünf Jahren in Polen gestartet, ist die Idee von Geek Girls Carrots mittlerweile um die halbe Welt gewandert. Es gibt Gruppen in 33 Städten und 15 Ländern. Und warum eigentlich "Carrots"? Kamila wollte nebenbei auch mit dem Mythos aufräumen, dass zum Programmieren zwangsläufig der Verzehr von Fast Food gehört. Bei Geek Girls Carrots ist die Karotte aber nicht nur Teil gesunder Ernährung - sie läßt sich überall wiederfinden: als Corporate-Design-Farbe, als Keks und nicht zuletzt als Maskottchen.

9) Hedy Lamarr

Hedy Lamarr wurde einst als weltberühmte Hollywood-Ikone gefeiert. Aber kaum jemand weiß, dass sie den Grundstein für die heutige WLAN - Technologie gesetzt hat. Zusammen mit ihrem Kollegen George Antheil entwickelten sie für die Filmmusikproduktion das Prinzip die automatischen Pianolas zu synchronisieren, indem sie diese durch Lochkarten miteinander im gleichen Takt verbanden. 1942 wurde diese Idee dann auch im militärischen Bereich gegen die Nationalsozialisten angewandt. Es ging darum, dass Torpedos funkgesteuert wurden, aber deren Frequenzen noch einfach abzuhören waren. Um dem entgegen zu wirken, entwickelte Hedy Lamarr das sogenannte „Frequency Hopping“, also ein Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Frequenzen. Somit konnte man die Torpedos nicht mehr orten und abfangen. Viel zu spät hat man Hedy Lamarrs entscheidenen Beitrag zum Sieg über den Nationalsozialismus gewürdigt. In späteren Jahren hat sie verschiedene Preise erhalten und es wurde anerkannt, dass auf dieser von Lamarr entwickelten Technik das WLAN und Bluetooth basieren.

10) Evelyn Boyd Granville

“Ich habe Mathematik immer geliebt, besonders das Lösen von Problemen.”, sagt die ehemalige NASA Pionierin und vielfach hoch ausgezeichnete Mathematikerin Evelyn Boyd Granville. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, als sollte Mathematik eine besondere Rolle in ihrem Leben spielen. Noch im College dachte sie, sie würde Französisch Lehrerin werden, entschied sich dann aber doch für die Mathematik und mathematische Physik, was im Nachhinein betrachtet eine exzellente Entscheidung war. 1949 war sie die zweite afroamerikanische Frau, die von der Yale University einen Doktortitel in Mathematik erhielt. Danach arbeitete sie als Mathematiklehrerin und später als Programmiererin bei IBM, bis sie schließlich sogar 1960 zur NASA kam und unter anderem an der Mondmission Apollo mitarbeitete. Während ihrer gesamten Karriere stand sie oft vor scheinbar unlösbaren Problemen, für die sie dann meist am nächsten Tag die Lösung parat hatte. Sie sagt: "Es gibt etwas im Gehirn, das weiterarbeitet. Es passiert einfach. Wenn du etwas nicht verstehst, gib nicht auf, sondern geh dorthin zurück!"

11) Margaret Hamilton

Wer an Apollo 11 denkt, wird sich vermutlich in erster Linie an Astronauten oder das beeindruckende Space-Shuttle erinnern. Es ist jedoch einer Frau zu verdanken, dass die Menscheit zum Mond gelangen konnte. Sie war es, die den notwendigen Programm-Code für das Shuttle schrieb. Margaret Hamilton, Informatikerin und Mathematikerin, spielte in diesem Zusammenhang bei der NASA eine maßgebliche Rolle. Mit nur 22 Jahren begann ihre Karriere als Softwareentwicklerin am MIT. Wenig später wurde sie zur Direktorin der Softwareentwicklungs-Abteilung ernannt, wo die On-Board-Flugsoftware für das Apollo-Raumfahrtprogramm entwickelt wurde. Diese Software war notwendig um die Apollo 11 zum Mond hin und zurück navigieren zu können, sowie auf dem Mond zu landen. Über die Informatik der damaligen Zeit sagt sie: "Es gab keine Kurse und Niemand unterrichtete dieses Fach. Es war wie der Wilde Westen."

12) Dorothy Vaughan

Dorothy Vaughan war Mathematikerin, deren Beiträge zur Raumfahrttechnik zur Zeit des „Wettlaufs ins All“ erst sehr spät gewürdigt wurden. Seit 1943 arbeite sie am National Advisory Committee for Aeronautics, der Vorgängerorganisation der NASA. Sie gehörte zu den ersten Afroamerikanerinnen, die dort in einer wissenschaftlichen Funktion angestellt waren. Unter der Berufsbezeichnung „(human) computer“ stellten sie und ihre Forschungsgruppe aeronautische Berechnungen an. Nach Gründung der NASA 1958 wurde Vaughan, als „head computer“, Leiterin ihrer Arbeitseinheit. Sie spezialisierte sich auf Programmierung und war an den ersten bemannten Missionen ins All und am Apollo-Programm beteiligt. Der Film "Hidden Figures" hat kürzlich den Computern um Dorothy Vaughan ein Denkmal gesetzt und ihre Arbeit endlich sichtbar gemacht.

13) Anuradha TK

Anuradha TK ist die erste Frau, die als Satellitenprojektleiterin bei der Indian Space Research Organisation gearbeitet hat. Sie ist die älteste Wissenschaftlerin in der ISRO und zudem die erste Frau, die eine Position als Satellitenprojektleiterin bekleidete. Als ihre Karriere bei der ISRO 1982 begann, gab es nur sehr wenige Frauen dort und noch weniger in ihrer Ingenieursabteilung. Sie lacht über den Vorschlag, dass ihre Kollegen sie für eine Inspiration halten. Sie stimmt aber zu, dass mehr Frauen am Arbeitsplatz ein motivierender Faktor für andere Frauen sein können und sagt: "Wenn Mädchen sehen, dass es viele Frauen im Weltraumprogramm gibt, werden sie auch motiviert. Sie denken, wenn sie es kann, können sie es auch."