Autor: Julian Hartig (c) 2020
Diese Software wird in Kombination mit dem Arztinformationssystem Medical Office der Firma Indamed verwendet. Sie beseitigt den Nachteil, dass eine gleichzeitige Anzeige von Archivdokumenten und Verwendung des Krankenblattes nicht möglich ist.
Außerdem wird als zusätzliche Funktion ein PDF-Sammelexport ausgewählter Archivdokumente eines Patienten angeboten.
Da für das Auslesen der Medical Office-eigenen Konfiguration bestimmte Funktionen relevant sind, die nur unter Windows zur Verfügung stehen (Windows Registry), läuft Archiv Viewer ausschließlich unter Windows.
Archiv Viewer kann unter 32- und 64-bit-Installationen verwendet werden, wobei für die Auswahl relevant ist, welche Firebird-Version durch Medical Office installiert wurde.
Bei älteren Installationen (vermutlich bis ca. 2017) wurde eine 32-bit-Version installiert, sodass dann auch die 32-bit-Binärpakete von Archiv Viewer genutzt werden müssen
(oder eine beliebige 32-bit-Distribution von Python in Kombination mit der aus pip installierten Archiv Viewer-Version).
Da auch bei neueren Versionen von Medical Office immer eine 32-bit-Firebird-DLL mitgeliefert wird (im Installationspfad unter gds32.dll zu finden), kann die 32-bit-Version
immer zum Einsatz kommen.
Stellt Archiv Viewer fest, dass es als 32-bit-Version läuft, wird versucht, automatisch die lokal installierte 32-bit-DLL der Medical-Office-Clientinstallation zu verwenden.
Läuft es als 64-bit-Version, so wird versucht, auf die im Serverinstallationspfad unter Firebird\bin\fbclient.dll installierte DLL zuzugreifen, was aber nur funktioniert,
wenn es sich um die 64-bit-Version handelt. Andernfalls wird beim Start eine Fehlermeldung ausgegeben.
Damit Archiv Viewer funktioniert, muss auf dem Computer eine Medical-Office-Client- oder Serverinstallation vorhanden sein. Um die automatische Umwandlung von RTF- in PDF-Dateien zu nutzen,
muss Libreoffice installiert sein. Standardmäßig wird die Installation unter C:\Program Files\LibreOffice\program\soffice.exe gesucht. Wurde Libreoffice an einen abweichenden Ort installiert,
so muss der Pfad wie unter Konfiguration beschrieben konfiguriert werden.
Zu jedem Release werden auch fertige Binärpakete zur direkten Verwendung angeboten. Diese enthalten neben Archiv Viewer selbst auch eine vollständige Python-Umgebung, sodass
es nur notwendig ist, die heruntergeladene Datei sich selbst entpacken zu lassen. Im entpackten Ordner findet sich dann unter dem Dateinamen ArchivViewer.exe direkt die lauffähige
Software und kann per Doppelklick gestartet werden, sobald Medical Office entsprechend vorbereitet wurde.
Eine gesonderte Konfiguration von Archiv Viewer selbst ist unter normalen Umständen nicht erforderlich.
Als Open-Source-Software ist es selbstverständlich möglich, Archiv Viewer auch selbst aus dem Quellcode zu übersetzen und zu installieren. Hierfür kann unter einer beliebigen Python-Distribution
ab v3.7 einfach das Kommando pip install ArchivViewer verwendet werden.
Damit Archiv Viewer auf einem Medical-Office-Arbeitsplatz genutzt werden kann, muss zuvor im Datenpflegesystem in den Einstellungen des Arbeitsplatzes unter Im-/Export ein gültiger Pfad in das Feld Patientenexportdatei
eingetragen werden. Über diese Datei bekommt Archiv Viewer dann mit, sobald ein neuer Patient geöffnet wurde und präsentiert die zugehörigen Archivdokumente.
Wenn gewünscht, kann der Pfad zur passenden fbclient.dll sowie zur Libreoffice-Installation auch manuell angegeben werden, falls die automatische Erkennung nicht möglich ist. Hierzu muss im Unterverzeichnis archivviewer des Verzeichnisses, in dem die ArchivViewer.exe
liegt eine Datei namens Patientenakte.cnf im JSON-Format mit folgendem Inhalt angelegt werden:
{
"clientlib": "C:\\Pfad\\zur\\fbclient.dll",
"libreoffice": "C:\\Pfad\\zu\\LibreOffice\\soffice.exe"
}Backslashes sind hierbei jeweils zu verdoppeln, so wie oben dargestellt, damit sie nicht als Fluchtsequenz interpretiert werden. Falls nur eine der beiden Einstellungen konfiguriert werden soll, kann die nicht benötigte einfach weggelassen werden.
Nach der Installation kann die ArchivViewer.exe per Doppelklick gestartet werden. Im erscheinenden Fenster werden linkerhand die erkannten Archivkategorien und rechterhand die Archivdokumente des Patienten aufgelistet.
Per Auswahl in der Kategorieliste kann eine Filterung vorgenommen werden. Es ist auch möglich, mehrere Kategorien auszuwählen (z.B. mittels Strg+Linksklick auf die gewünschten Kategorien oder durch Ziehen der Maus über die Einträge bei
gedrückter linker Maustaste).
Eine Abwahl der letzten ausgewählten Kategorie ist ebenfalls über Strg+Linksklick möglich.
Oberhalb der Dokumentenliste findet sich ein Eingabefeld. Tätigt der Nutzer dort eine Eingabe, so wird die Dokumentenliste so gefiltert, dass nur Dokumente, in deren Beschreibung die Eingabe enthalten ist, angezeigt werden.
Per Doppelklick auf ein Dokument führt Archiv Viewer falls nötig im Hintergrund eine Konvertierung ins PDF-Format durch und zeigt den Eintrag anschließend im Standard-PDF-Reader an. Mit Bordmitteln kann Archiv Viewer die gängigen Bildformate in PDF umwandeln. Auch in eArztbriefen enthaltene PDF-Dateien können direkt extrahiert und angezeigt werden. Um auch die RTF-Dokumente der Medical-Office-internen Briefschreibung anzeigen zu können, muss Libreoffice installiert sein, damit eine Umwandlung ins PDF-Format durchgeführt werden kann.
Um die Verwendbarkeit zu verbessern, bietet Archiv Viewer die Konfigurationsoption im Vordergrund bleiben im Menü Fenster. Wird die Option ausgewählt, so bleibt das Archiv Viewer-Fenster vor allen anderen offenen Fenstern im Vordergrund,
auch wenn es nicht den Fokus hat. Sobald die Maus das Fenster verlässt, wird es durchscheinend, damit die dahinterliegenden Programminhalte betrachtet werden können.
Beim PDF-Export werden, wenn nichts ausgewählt ist, alle aufgelisteten, ansonsten nur die ausgewählten Dokumente in ein Sammel-PDF exportiert, welches dann weitergegeben
oder gedruckt werden kann. Beim Klick auf den Export-Button öffnet sich ein Dialog zur Auswahl des gewünschten Speicherorts.
Seit Version 16 wird auch die Größenoptimierung von erstellten PDF-Dateien unterstützt. Hierzu muss Ghostscript installiert werden. Wenn die Ghostscript-Installation gefunden wurde, wird im Datei-Menü ein entsprechender Eintrag
freigeschaltet, um die Optimierung zu aktivieren (dieser ist standardmäßig eingeschaltet).